Die Frage, ob sich altehrwürdige Klosterräume mit profanen Partys vereinbaren lassen, ist aus Sicht streng gläubiger und traditionsbewusster Menschen berechtigt. Insbesondere, da das Kloster Beuerberg schon ein Ort des Gebets war, lange bevor Heinrich der Löwe 1158 seinen Markt am „forum apud Munichen“ gegründet hatte. Es ist schon etwas Besonderes, in diesem historischen Ensemble wie in einem normalen Hotel zu übernachten und in einem der großartigen Säle ein Fest zu feiern.
Schon 1121 wurde hier ein Augustiner – Chorherrenstift gegründet – also Seelenverwandte unseres Papstes Leo XIV. Aufgrund der Säkularisation wurde die Gemeinschaft 1803 aufgelöst.
Doch schon 1846 wurde das Klosterleben von den Salesianerinnen aus Dietramszell, die Mitte des Jahrhunderts regen Zulauf hatten, wieder aufgenommen. Sie haben die Gebäude so weiterentwickelt, wie sie heute zu besichtigen sind. Die letzten hochbetagten 14 Schwestern mussten 2014 das Kloster verlassen. Ihr Leben vor Ort konnte noch von einem Fotografen dokumentiert werden, ein bewegendes Zeitzeugnis.
Es wird trotzdem weiter hier vor Ort gebetet, da die alte Klosterkirche inzwischen Pfarrkirche der Gemeinde ist.


Es ist ein Glücksfall, dass das Bistum München-Freising das Gebäude 2014 übernommen und mit Hingabe und großer Stilsicherheit renoviert hat. So wurde gesichert, dass klösterlicher Geist und moderner Tagungsort mit Hotelbetrieb gut zu vereinbaren sind.
Im reinen Hotelflügel „Hotel Josef“ sind 24 schlichte, elegante Zimmer untergebracht, im alten Klostergebäude weitere 25 umgewidmete Klosterzellen in einzigartigem historischem Ambiente. Dazu gibt es natürlich ein Café und ein Restaurant im Refektorium, sowie 15 Tagungsräume, darunter Säle bis 100 Personen.


Trotzdem bleibt das alte Klosterleben sehr präsent, durch Bilder, Heiligenstatuen und Mobiliar. Vor allem ist das gesamte Erdgeschoss im Hauptgebäude museal aufbereitet und der Öffentlichkeit zugänglich. Hier kann man durch die Räume schlendern, Apotheke und Backstube begutachten, am besten aber einer hervorragenden öffentlichen Führung lauschen.
Durch seine so eindrucksvolle Architektur und die wunderbare Renovierung ist das Kloster Beuerberg eine besondere Empfehlung. Die eindrucksvollen Säle und verschiedene Innenhöfe bieten viele Möglichkeiten für Feierlichkeiten. Nicht unbedingt für meinen 65. Geburtstag, weil nicht mit 1000 Volt gerockt werden soll….

Eine weitere besondere Empfehlung ist das nahe Schlossmuseum Murnau, mit aktuell einer kleinen aber sehr spannenden Ausstellung über Paul Klee, „der Poet des blauen Reiter“. Seine Werke sind sehr gut in Dialog gesetzt mit denen von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky und vielen anderen wie Heinrich Campendonk, die sich von diesem schönen Tölzer Land inspirieren ließen.
Einen Katzensprung entfernt vom Kloster Beuerberg liegt das wunderschöne Südende des Starnberger See mit dem kleinen Paradies Beachbar/kleines Seehaus. Katzensprung allerdings nur wenn man ein Auto oder ein kräftiges E-Bike hat, weil es kommt eine brutale Steigung auf dem Weg zurück ins Kloster.
www.klosterbeuerberg.de
Öffentliche Klosterführungen Samstags und Sonntags um 13:30
‚Private Führungen auf Anfrage

