Ja, cooler Typ, und Profi! Sandesh darf da arbeiten da, wo alle Urlaub machen wollen. Und indisch freundlich ist er auch! Man sieht gleich, dass die Rettung hier gut aufgestellt ist, aber wie sieht er seine Arbeit und sein Leben als Lifesaver?
Schon früh morgens hat er sich in seinem Dorf auf seinen Motorroller geschwungen, um pünktlich um 7 hier einsatzbereit zu sein. Ein langer Dienst also bis 16 Uhr, 9 Stunden täglich. Die zweite Gruppe deckt 10-19 Uhr ab.


Palolem Beach ist ein seit Jahrzehnten beliebter Sandstrand in Süd-Goa. Die ersten Hippies sind schon Ende der 60er Jahre aufgetaucht. Da der Strand wunderbar flach ist, gilt er als unkompliziert, aber vor vier Wochen ist es einem Inder gelungen, zu ertrinken: betrunken und außerhalb der langen Dienstzeiten.
Aktuell ist das Meer absolut glatt und ruhig. Wenn es aber regnet und windet, bilden sich schnell Rip currents (ablandige Strömungen). Wo die Gefahr lauert, wissen die Profis, sie haben innerhalb eines Monats vier Personen gerettet!


Das Meer kennt Sandesh erst durch die Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Aufgewachsen ist er in einem Dorf, 15 Kilometer im Hinterland. Seine Eltern sind einfache Bauern. Er war schon früh ein guter Schwimmer, in See und Fluss. Aber erst als er mit 20 seine Ausbildung anfing, sah er das Meer zum ersten Mal! Jetzt ist er 25 und freut sich immer noch am Strandleben.
Seinem Dorf bleibt er aber treu. Im Wald ist die Natur intakt, das Wasser sauber und sie bauen selbst an, was sie brauchen. Und seit einem Jahr ist er verheiratet. Das Baby ist unterwegs!
Seine erste Rettung hat übrigens im Dorf stattgefunden, noch während der Ausbildung. Als er laute Rufe in seiner Gasse hörte, kam er zur Hilfe und konnte seinen Onkel gleich erfolgreich reanimieren.
Vor 2 Jahren hat er einen Inder rausgezogen, der mit dem Gesicht nach unten im Wasser lag. Da war es gut, dass er auch Fahrer des mini-Jeeps ist. Er hat ihn gleich im Krankenhaus abgeliefert. Der Gerettete kam ein Jahr später zurück und hat ihm 5.000 Rupees geschenkt. Hört sich gut an, aber mit 50 € kommt man auch hier nicht sooo weit…


Die Rettung in Goa ist jedenfalls sehr professionell aufgestellt. Cooles Equipment, die Jungs machen was her. Alle sind mit Funk verbunden, jederzeit ist auch ein Jetski startbereit, falls etwas weiter draußen passiert. Die Landesregierung finanziert die Rettung auf ihrer gesamten Küste, er schätzt die Zahl seiner Kollegen auf 350-400. Bezahlt wird er das ganze Jahr von der beauftragten Privatfirma.
Gerettet werden meist Inder, die jedes Jahr zahlreicher Urlaub machen können. Oft schwimmen sie nicht so gut, oder erfreuen sich zu sehr an dem günstigen Alkohol im Bundesstaat Goa.
Für Sandesh also ein Traumjob. Bedauerlich nur (meine Meinung), dass er keine Kolleginnen hat… Seine Ausbildung war hart, volle 2 Monate. Ob ich mit meinem Rettungsschwimmer Diplom in Silber Chancen auf einen Job in der kommenden Saison habe, konnte er nicht sagen… Wenn nicht, besuchen wir sein Dorf und lernen das Baby kennen.

