Rettungsschwimmer Silber!

Na gut, na gut, ich gebe es zu: das Bild ist geringfügig retuschiert worden. Nicht weil mein Bierbauch weg musste, sondern weil im Schwimmbad Fotoverbot herrscht und draußen gerade Schnee lag… Aber es ist ja trotzdem gut getroffen, außer dass der Retuscheur meine Schultern und Bizeps etwas schmal gemacht hat und dafür die Eva (ganz rechts) etwas aufgepolstert hat… So ein Kindskopf, aber heute nehmen wir‘s mal nicht so ernst! 

Völlig authentisch und hoch verdient ist aber mein „Rettungsschwimmabzeichen in Silber“ von der Wasserwacht/Deutsches Rotes Kreuz. Damit ist man für alleinverantwortliche Einsätze qualifiziert. Die Prüfung war teilweise richtig hart, aber in unserer Gruppe haben es alle am Ende geschafft, sechs Männer und sechs Frauen. 

Ausgebildet wurden wir von drei super Profis der Isarrettung, die ja in München schon seit 1896 aktiv sind und deshalb als die schwimmende Elite gilt, auch wenn sie nicht ganz so bekannt ist wie das Team Baywatch (Malibu, CA, USA). Aufgrund eines königlich-bayerischen Privilegs von 1904 (verliehen vom Prinzregenten Luitpold), trainieren sie jede Woche im Müllerschen Volksbad (das meine Fans ja schon kennen: https://karls-mosaik.de/das-schoenste-bad-der-welt/ . Dort wurden die drei praktischen Abende und die Prüfung durchgeführt. 

Herausfordernd waren die Prüfungen schon. Das Tauchen, ohne Brille (25 Meter mit Startsprung, drei Mal Tieftauchen und einen 5 Kg Ring holen) war für mich das  leichteste. Die Onlinetheorieschulung und die blöden Fragestellungen der Prüfung haben mich da mehr ins Schwitzen gebracht…

Dass ein Ertrinkender sich festklammert, wie man sich schnell und effektiv befreit – und zwar so, dass man die Person trotzdem sofort abschleppen und retten kann – wurde intensiv geschult und in kombinierten Übungen geprüft.

Richtig hart gleich am ersten Abend, nach dem vielen Essen der Feiertage, war das Schwimmen mit Kleidern. In wallender Baumwollkleidung, mit einer Hose die zu den Knien rutscht: 300 Meter vollgas und erst dann im Wasser entkleiden. Und kurz danach, einen angekleideten Ertrunkenen 50 Meter an Land schleppen… Da dachte ich wirklich, gleich müssen sie mich vom Schwimmbadgrund rausfischen… 
Immer wichtig, egal ob am Wasser oder im Alltag: einen Bewusstlosen reanimieren, wenn möglich einen Defibrillator organisieren und ansetzen. Natürlich hofft man, dass man es nie braucht, es ist aber ein gutes Gefühl, wenn es gut eingeübt ist.

He’s on the Beach… Diese sehr gut durchgeführte Ausbildung der Isarrettung (also genau der Wasserwacht München Mitte) wird unterschiedlich eingesetzt, ist aber auf alle Fälle ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit. In unserer Gruppe wollte einer an die Nordsee, ein Feuerwehrmann verantwortet Weiterbildungen, eine Surferin wollte auf alles vorbereitet sein… Beispiele neben der klassischen Sicherung der Badestellen an der Isar. 

Ich will weiter den Schwimmunterricht unterstützen, jetzt fliege ich aber erstmal zu einem kurzen Einsatz in Goa (Indien). Dort wuselt es ziemlich am Strand und die Brecher, vor allem auch die Unter- und Ripströmungen können tückisch sein. Besonders für verspielte Inderkinder, die keine Erfahrung mit Wellen haben. Mal sehen, wie viele ich retten kann, haltet ein Auge auf die Times of India.

www.isartettung.de