La strada di Palermo

Das wird ein Kulturschock heute! Erstmal hören sich 74,5 Km nach in die Hauptstadt nicht nach so viel an, aber mit Gepäck, Gegenwind und vor allem kumulierten 1000 Höhenmetern, wird es etwas anspruchsvoll… Deshalb nur knapp. Castellamare del Golfo hat einen großen Namen, nette Gassen zur Bucht und schöne Ausblicke am Meer, ist aber kein Muss.

Weg von der Küste führen bald ruhige Straßen durchs ländliche Sizilien in die Kleinstadt Partinico. Etwas ärmliche Straßen, alle Fensterläden geschlossen, niemand zu sehen, nicht einmal Kinder oder ein Hund… Wie kann eine einzige Stadt an einem Samstag um eins so tot sein? Nur verängstigte Autos huschen ab und an vorbei. Es wirkt, als sei eben die Pest ausgerufen worden und alle würden sich verstecken…
Bald wird die Straße steiler. Schon von weitem ist Montelepre mit seinem mächtigen Turm zu sehen. Ein eindrucksvoller Bau aber keine Tafel, um zu erklären wann und warum er entstanden ist. Das kommt aber sicher noch, ist es doch ein typisch Sizilianischer Bau. Weiter geht’s rauf bis zum Pass auf 787 Meter, die Landschaft mit ihren Kalkfelsen und Schwarzvieh Weiden hat schon etwas alpines. Und endlich entschädigt eine ewige Abfahrt in die Großstadt hinab für die Mühen der Anstiege.

Palermo! die letzten 10 Kilometer bis zur Unterkunft sind umwerfend! Erst geht es noch durch hässliche Hochhaus Siedlungen, doch dann entwickelt sich eine starke Stimmung, Energie geladen, chaotisch, mitreissend wie ich es nur beim ersten Neapel Besuch 79 so intensiv erlebt habe. Abenteuerliche Überholmanöver, monumentale Bauten, ärmliche Läden und Stände, Falschparker en masse und Großfamilien auf Tour, Luxus und Trödel, Grillschwaden und proletarische Gassen, ein Markt der so intensiv riecht wie in Marrakech… Das alles auf den letzten Kilometern aber erstmal bin ich froh, ein schönes Touristen Apartment für 2 Nächte im voraus gebucht zu haben!