Apulien Highlights

Auch wenn man sich wie ich nicht nicht gerade zu den Freunden des Barocks zählt, kann man sich der Pracht und dem Ideenreichtum der Kirchen in Lecce nicht entziehen. Die Basilika Santa Croce ist wahrscheinlich in ihrer überbordenden Pracht die eindruckvollste aber auch die drei weiteren großen Barocken Kirchen glänzen jede auf ihre Art mit dem besonderen Aufbau, der Üppigkeit und dem Variantenreichtum, der den Ruhm des Lecceser Barock begründet.

Dazuhin ist Lecce eine vitale und fröhlichen Stadt, die den Besuch lohnt. Der Hochzeit des Barocks im Salento sind natürlich auch viele weitere Sehenswürdigkeiten zu verdanken, insbesondere das Städtchen Nardò mit dem schönsten barocken Hauptplatz Apuliens.

Ein architektonisches Juwel einer ganz anderen Art ist das Schlößchen Sa-Suites in Trepuzzi bei Lecce. Anja und Nick hatten den Mut es zu kaufen, um es Gästen aus aller Welt zugänglich zu machen. Sensible und mitfühlende Menschen sollten sich allerdings nicht anhören, wie viele schreckliche Schwierigkeiten und Kämpfe zu durchstehen waren bis die Restaurierung endlich geschafft war. Ein kleines Wunder, dass sie durchgehalten haben. Inzwischen ist jede Facette, jede Säule dieses Juwels frisch geschliffen – auch mit viel körperlichem Einsatz der Eigentümer – und wir dürfen uns freuen an dieser einzigartigen Architektur, die die klassischen Proportionen des italienischen Palazzo mit einer eleganten Art Deco Struktur verbindet. Zum Apéro laden Anja und Nick ihre Gäste auf den großzügigen Balkon der, überragt von zwei Türmchen, wie der Bug einer Yacht über die Landschaft von Lecce blickt. Es ist etwas sehr besonderes, diese Eleganz der 20er Jahre und die Gastfreundschaft in diesem riesigen Park zu genießen.

Otranto. Schöne Altstadt, hübscher Hafen, nette Shops, Otranto ist einer dieser Orte, die man spontan genießt. Dabei könnte leicht übersehen werden, dass dieses „Dorf“ über viele Jahrhunderte einer der wichtigsten Häfen Süditaliens war, Endpunkt der Via Appia und später für die Kreuzfahrer die wichtigste Verbindung ins Heilige Land. Ein Muss ist Santa Maria Annunziata, die größte romanische Kirche Apuliens, ausgestattet mit 800 m2 eines einzigartigen Fußbodenmosaiks (1165) mit allerlei Tieren und der Hand Gottes – aber leider ohne Bikini (siehe Villa Casale). Des Weiteren ist in Apulien auch Gallipoli zum Beispiel ein sehr sehenswertes Hafenstädtchen.

Galatina, ein Kleinstädtchen bei Nardò, besitzt unerwarteterweise eine der beeindruckendsten Kirchen Apuliens. Die Basilika Santa Caterina d’Alessandria ist ein seltenes Beispiel für gotische Architektur und zeigt eine einzigartigen Freskenzyklus. Spektakulär ist die Farbigkeit und die fast komplette Ausmalung des Innenraums als „Bibel des armen Mannes“. Sie wurde Anfang des 15. Jahrhunderts gemalt durch Giotto Schüler, die insbesondere für die Szenen der Apokalypse ergreifende, ausdrucksstarke Bilder gefunden haben.