Der Sachse Raedwald von East-Anglia ist ein mächtiger Krieger, ein einflussreicher König mit weitreichenden Verbindungen. Der Besuch seiner Grabstätte Sutton Hoo (in der Nähe von Ipswich) ist aufgrund des sehr anschaulichen Museums ein Highlight.
(Die Südost-Küste Englands bietet mitunter hübsche Spots aber dazu folgt noch ein getrennter Überblick).


Raedwalds Begräbnis war gigantisch. Ich hatte schon etwas geschimpft, warum sie kurz vor dem Museum so eine harte Steigung eingebaut haben… Seine Männer mussten für die Bestattung sein (öfter repariertes) 27-Meter Schiff für 40 Ruderer vom Fluss aus den Berg hinauf bugsieren. Währenddessen haben die Frauen sehr schöne Stoffe gewebt.
Dort oben wurder er mit einem erstaunlichen Prunk im Grabhügel beigesetzt: dieser erstaunliche Helm mit Schwert, Schild, usw. Dazu edelste Silbegefäße aus Byzanz, Kochtopf und Standarte und vor allem 37 Goldmünzen aus allen Teilen der germanischen Welt sowie zwei Silberlöffel mit den griechischen Inschriften Saulus und Paulus. Das Christentum war dabei auf der Insel anzukommen.

Auf der Strecke durch East-Anglia begegnen mir auf der Strecke schon länger Orte mit Sax- (von den Saxons: Saxmundham, Saxthorpe, Saxtead…). Wer hat diese Germans eingeladen?
Als die Römer es 410 mit den Engländern völlig aufgegeben haben, haben sie auch ihre erste Stadt hier um die Ecke, Colchester, verlassen. Daraufhin sind auch hier die sehr invasiven Germanen vorgedrungen. Die glücklichen Goten durften nach Italien, die Franken nach Frankreich, und die Angeln und Sachsen aus den nordeutsch- dänisch-holländischen Bereich haben ihr Glück auf der Insel gesucht.
Mit der Zeit haben sich unter Ihnen auch Könige durchgesetzt, wie Raedwald in seinem Reich East-Anglia bis zu seinem Tod gegen 620. Damals entstanden auch die Reiche Essex, Sussex, Kent… Unter den Angel-Sachsen ist dann auch erstmals das geeinte England entstanden, unter Aethelstan im Jahr 927.


Ein schöner Erfolg für die germanischen Einwanderer – auch wenn der Osten der Insel mit Wales keltisch geblieben ist.
Schon bald aber kam die brutale Wende mit neuen Invasoren, ferne Nachfahren der Wikinger, die Normannen von Wilhelm dem Eroberer aus der Normandie. Nach der gewonnen Schlacht bei Hastings (1066) werden sie Französisch als Sprache des Hofes durchsetzen (porc statt swine, mansion statt house), England mit großen Burgen übersäen und das Land in ihrem Sinne umkrempeln.

